Archiv für die Kategorie ‘Gesundheitspolitik’

Bedingungen für die Rückkehr von der PKV in die GKV

Mittwoch, 18. Januar 2012

Für viele Arbeitnehmer und Selbständige stellt sich zu Beginn eines neuen Jahres die Frage, ob man sich in der GKV oder in der PKV versichern sollte. Der Vergleich GKV/PKV zeigt, dass es bei beiden Systemen Vor- und Nachteile gibt. Oft ist eine Rückkehr in die GKV beim Wechsel in die PKV nicht mehr möglich. Bestimmte Bedingungen müssen dafür erfüllt sein:

1. Arbeitslosigkeit:

Bei Arbeitslosigkeit kommt man über die Anmeldung bei der Arbeitsagentur automatisch wieder in die GKV zurück. Wenn man als Arbeitnehmer länger als 5 Jahre vor Beginn der Arbeitslosigkeit in der PKV versichert war, kann man aber auch in der PKV bleiben. Dazu muss ein Befreiungsantrag bei Eintritt der Arbeitslosigkeit gestellt werden.

2. Das Einkommen sinkt

Maßgeblich ist immer die Versicherungspflichtgrenze. Wenn das Jahresbrutto eines Arbeitnehmers diese Grenze unterschreitet, kann er zurück in die GKV.  Die Versicherungspflichtgrenze wird regelmäßig zum Beginn eines neuen Jahres erhöht. Wenn sie dadurch das Jahresbruttogehalt des Arbeitnehmers übersteigt, kann der Wechsel ebenfalls zurück in die GKV erfolgen.

3. Aufgabe der Selbständigkeit

Wenn ein vorher Selbständiger die Selbständigkeit aufgibt und in ein Arbeitnehmerverhältnis wechselt und sein Gehalt niedriger als die Versicherungspflichtgrenze ist, kann er zurück in die GKV. Wenn er die Selbständigkeit aufgibt, einen Ehe- oder Lebenspartner hat, der gesetzlich versichert ist und kein eigenes Einkommen mehr bezieht, kann er in die Familienversicherung des Ehegatten wechseln.

4. Personen über 55 Jahre

Für über 55 jährige ist eine Rückkehr in die GKV nicht möglich. Einzige Ausnahme ist, wenn man einen Ehe- oder Lebenspartner hat, der gesetzlich versichert ist und dann über ihn familienversichert wird (ohne eigenes Einkommen).

5. Basistarif der PKV

Sollte eine Rückkehr in die GKV nicht möglich sein besteht die Möglichkeit, in einen Basistarif der PKV zu wechseln. Die Leistungen darin entsprechen in etwa denen der GKV. Die Beiträge sind maximal so hoch wie der höchste Beitrag der GKV.

advita BKK und BKK Heilberufe erheben 2011 weiter Zusatzbeitrag

Montag, 20. Dezember 2010

Die advita BKK hat heute bekanntgegeben, im kommenden Jahr weiterhin den Zusatzbeitrag von 8 Euro zu erheben. Die Versicherten bekämen dafür ein an Nachhaltigkeit orientiertes Leistungsportfolio geboten, was Billig-Kassen so nicht bieten könnten.

Weiterhin gab die BKK Heilberufe die Meldung heraus, im kommenden Jahr insgesamt 120 € zusätzlich von ihren Versichertn zu erheben. Die Mehrbelastung von 10 Euro im Monat tritt anstelle der von des Gesundheitsreform abgeschafften prozentualen Zusatzbeitrages. Gutverdiener, die bislang bis zu 37,50 Euro hatten berappen müssen, werden also dabei entlastet.

Die Novitas BKK gab hingegen bekannt, den Zusatzbeitrag von 8 Euro zum Jahreswechsel abzuschaffen.

hkk Erste Gesundheit schüttet weiterhin 60 € Prämie für Versicherte aus

Montag, 06. Dezember 2010

Die Bremer Handelskrankenkasse hkk schüttet auch im Jahr 2011 Prämie aus. Im Frühling werden Schecks über 60 Euro automatisch per Post an alle beitragspflichtigen Versicherten versendet.

Auch Neukunden erhalten die Prämie bedingungslos. Wer noch kein ganzes Jahr bei der hkk versichert ist, bekommt eine anteilige Prämie nach Monaten.

Schon in diesem Jahr haben 24.000 Versicherte zur hkk gewechselt, als einige Kassen damit begonnen hatten, Zusatzbeiträge einzuführen.

unverbindlich Unterlagen über die hkk anfordern

Keine Schließung der City BKK und GBK Köln

Montag, 22. November 2010

Die  von einer Insolvenz bedrohten Krankenkassen GBK Köln und City BKK werden von der BKK-Gemeinschaft gerettet.

Eine Schließung wäre um etwa 100 Millionen Euro teurer geworden als die nun eingeleitete Rettung.

Das Bundesversicherungsamt ( BVA ) hatte die drei Betriebskrankenkasseni  City BKK, die GBK und BKK Heilberufe schon im Juni 2010 als Pleitekandidaten angezeigt.

Beide Krankenkassen waren u.a. durch die Erhebung von Zusatzbeiträgen in finanzielle Schwierigkeiten gekommen.

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Grüne wollen Bürgerversicherung – Reformkonzept beim Bundesparteitag angenommen

Montag, 22. November 2010

Auf dem Bundesparteitag der Grünen in Freiburg am 19. November sprachen sich die Delegierten für das Reformkonzept einer Grünen Bürgerversicherung aus.

Damit machen die Grünen die Gesundheitspolitik zum Top-Wahlkampfthema.

Das Reformmodell einer grünen Bürgerversicherung geht weit über das von SPD-Generalsekretärin Nahles kürzlich wieder ins Gespräch gebrachte sozialdemokratische Modell hinaus.  Im Gegensatz zum SPD-Konzept soll die PKV als Vollversicherung tatsächlich abgeschafft werden.

Eine wissenschaftliche Studie der Uni Bremen hatte ergeben, dass mit dem solidarischen Reformkonzept  der Beitragssatz  spürbar sinken könnte. Auf dem Parteitag wurde als Richtwert das Ziel von 12,5 Prozent verlautbart.

Zu den Chancen einer politischen Umsetzung zusammen mit der SPD in einer neugewählten Bundesregierung äußerte sich die grüne Gesundheitssprecherin Birgitt Bender in einem Interview.

Gesundheitsreform 2011 – Was ändert sich für Versicherte ?

Mittwoch, 17. November 2010

Die umstrittene schwarz-gelbe Gesundheitsreform wurde am 11. und 12. November vom Bundestag verabschiedet und kann wie geplant zum Jahreswechsel in Kraft treten.

Das GKV-Finanzierungsgesetz (GKV-FinG) und das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG ) regeln die Neurungen im Einzelnen.

Unter anderem ist vorgesehen, dass die Krankenkassen ab 2011 über die Höhe der Zusatzbeiträge frei entscheiden dürfen, um ihren Finanzbedarf zu decken.

Ein Wechsel in die Private Krankenversicherung wird wesentlich erleichtert.

Alle wichtigen Änderungen für Versicherte unter:
http://www.krankenkassenratgeber.de/gesundheitsreform.html

Online-Umfrage zur Beliebtheit der Gesundheitsminister seit 1992 – Rösler auf letztem Platz

Mittwoch, 10. November 2010

Eine kürzlich beendete Meinungsumfrage zu den letzten vier Bundesgesundheitsministern auf krankenkassensuche.de brachte Überraschendes zutage.

Die Frage lautete, welcher der vier Politiker seine Arbeit am besten gemacht hätte. Zur Bewertung standen Horst Seehofer (CSU,1992-1998), Andrea Fischer ( Grüne, 1998-2001), Ulla Schmidt ( SPD, 2001-2009) und Phillipp Rösler ( FDP, seit 2009 ).

Die meisten Stimmen bekam dabei Ulla Schmidt. Philipp Rösler ( FDP) landete mit nur 4 % der Stimmen auf dem letzten Platz.

Mehr Geld für die Krankenkassen und höhere Zusatzbeiträge für die Versicherten

Mittwoch, 07. Juli 2010

Nach monatelangen Streit steht die Gesundheitsreform, wobei man sollte lieber Finanzreform sagen, weil der Bereich Gesundheit so gut wie nicht tangiert wurde.

Union und FDP haben sich bei dieser Reform auf folgende Eckpunkte geeinigt:

  • Erhöhung des allgemeinen Krankenkassenbeitrages von 14,9% auf 15,5% (7,3% AG und 8,2% AN)
  • Einfrieren des allgemeinen Krankenkassenbeitrages für Arbeitgeber (dies bedeutet: sollte der allg. Beitrag in Zukunft weiter steigen, geschieht dies nur auf Kosten der Versicherten)
  • Die Deckelung des Zusatzbeitrages auf ein Prozent bzw. 8 Euro fällt weg (dies bedeutet: Krankenkassen können den Umfang der benötigten Mittel in Zukunft selbst bestimmen und als einen festen Eurobetrag vom Versicherten fordern)
  • Einführung eines Sozialausgleiches (das bedeutet: Versicherte welche einen Zusatzbeitrag zahlen müssen, welcher höher wie 2% ihres Monatsbruttos ist, bekommen einen Sozialausgleich)

Die Verlierer dieser Reform sind also mal wieder die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen. So müssen sie ab 2011 nicht nur einen höheren allgemeinen Krankenkassenbeitrag zahlen, sondern müssen auch mit höheren Zusatzbeiträgen rechnen

Was bedeuten 11 Milliarden Defizit bei den Krankenkassen?

Dienstag, 08. Juni 2010

Wie man der Presse entnehmen kann, werden im nächsten Jahr (2011) 11 Milliarden Euro im Gesundheitssystem fehlen. Um diese Summe zu veranschaulichen, hier einmal die Summe in Zahlen ausgedrückt:

11.000.000.000 Euro

Glücklicherweise wird sich diese Summe jedoch um 2 Milliarden Euro verringern, da die gesetzlichen Krankenkassen einen Steuerzuschuss in dieser Höhe erhalten. Gleichzeitig sind Einsparungen in Höhe von 4 Milliarden Euro im Gesundheitssystem geplant. Wenn dies erreicht wird, handelt es sich „lediglich” noch um ein Defizit von 5 Milliarden Euro. Hierbei kann man davon ausgehen, dass diese Kosten wohl von den Versicherten getragen werden müssen, also von 51.243.323 Beitragszahlern (KM1 Zahlen vom 01.06.2010).

Wenn man jetzt das Defizit von 5 Milliarden Euro durch die Zahl der Beitragszahler teilt, so entsteht für jeden Beitragszahler eine Mehrbelastung in der Höhe von 97,57 Euro jährlich oder 8,13 Euro monatlich

Was bedeuten Röslers Pläne für die Versicherten?

Mittwoch, 02. Juni 2010

Die Reformen von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler nehmen so langsam Gestalt an. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa will Rösler eine einkommensunabhängige Pauschalprämie von 30 Euro monatlich einführen. Die Prämie soll von den 50 Millionen Mitgliedern der Gesetzlichen Krankenkassen erhoben werden und somit die bisherigen Zusatzbeiträge überflüssig machen. Parallel soll der bisherige Beitragssatz von 14,9 % ( 7% AG-Anteil und 7,9% AN-Anteil)  auf 14,6% (jeweils 7,3% AG-Anteil und AN-Anteil) gesenkt werden. Für Geringverdiener ist dabei ein ermäßigter Beitragssatz vorgesehen.

Was das genau für die Versicherten bedeutet kann man an den folgenden beiden Beispielen sehen. So muss ein Arbeitnehmer mit einem Einkommen von monatlich 2500 EUR mit einer Mehrbelastung von 180 EUR jährlich rechnen.

Mehrbelastung für Arbeitnehmer mit 2500 € mtl. Einkommen

Mehrbelastung für Arbeitnehmer mit 2500 € mtl. Einkommen

Arbeitnehmer welche über der Beitragsbemessungsgrenze liegen zahlen jährlich 90 EUR mehr.

Mehrbelastung für Arbeitnehmer mit 3750 € mtl. Einkommen

Mehrbelastung für Arbeitnehmer mit 3750 € mtl. Einkommen