Krankenkassen Blog

Gesetzliche Krankenversicherung = Sozialversicherung?

Um diese Thematik ein weniger genauer zu beleuchten, sollte man erst einmal klären was man unter einer „Versicherung” und was man unter „sozial” versteht. Für diese Begriffsklärung bietet Wikipedia eine Gute Hilfe.

Hier versteht man unter Versicherung die „Risikoabsicherung durch Einbringen des Risikos in ein Kollektiv”. Dies bedeutet soviel, dass das Kollektiv die Kosten für ein eintretendes Risikos des Einzelnen übernimmt bzw. anders ausgedrückt, viele zahlen ein und bekommen im Schadensfall eine Leistung erstattet. Somit wird das Risiko des einzelnen durch die Beiträge der Gesamtheit überschaubarer.

Das Wort sozial stammt von dem lat. Wort socius und bedeutet soviel wie gemeinsam, verbunden, verbündet. Im Bezug auf die Krakenversicherung spielt das Prinzip der „Solidarität” ebenfalls eine wichtige Rolle. Dies bedeutet, dass Versicherte, unabhängig von den gezahlten Beiträgen, in einem umfassenden Rahmen abgesichert sind.

Hierdurch erfolgt ein Ausgleich zwischen:

-         Gesunden und Kranken
-         Gut und weniger gut Verdienenden
-         Jung und Alt
-         Familien und Singles

Momentan ist es so, dass die Beiträge für die gesetzlichen Krankenkassen durch den Arbeitgeber (7 % des Bruttolohns) und durch den Arbeitnehmer (7,9 % des Bruttolohns) gezahlt werden. Die sich hieraus ergebenen 14,9 % werden auch als Einheitsbeitrag bezeichnet.

Die Beitragseinnahmen werden über den Gesundheitsfonds an die einzelnen Krankenkassen verteilt. Sollte eine Krankenkasse mit dem zugeteilten Geld nicht auskommen, so besteht die Möglichkeit von den Versicherten einen Zusatzbeitrag zu erheben.

Momentan ist im Gespräch den Arbeitgeberanteil bei 7 % einzufrieren und den Arbeitnehmeranteil vom Arbeitslohn abzukoppeln. Laut Hochrechnungen würde hier der Beitrag je Versicherten zwischen 100 € und 140 € (abhängig ob in Zukunft Familienangehöriger weiter kostenlos mitversichert sind). Zusätzlich würde es noch einen Steueranteil als feste Komponente zur Finanzierung der Krankenversicherung mit hinzukommen (welche es in der Vergangenheit zwar auch gab, aber nur um Defizite auszugleichen).  Sollte es zu so einer Systemumstellung kommen, wird der Gesundheitsfonds wie im vorhergehenden Beitrag beschrieben, lediglich den Arbeitgeberanteil und die zur Verfügung stehenden Steuergelder verwalten (bzw. zwischen den Krankenkassen aufteilen). Der Arbeitnehmerbeitrag fließt dann direkt an die Krankenkassen.

Bei der Betrachtung von verschiedenen Personengruppen wird es durch so eine Umstellung mit Sicherheit Verlierer und Gewinner geben. So steht beispielsweise die Arbeitgeber als Gewinner schon fest, da diese Gruppe sich voraussichtlich nicht an den wohl in Zukunft weiter steigenden Gesundheitskosten beteiligen muss (lediglich im geringen Umfang sofern die Beitragsbemessungsgrenze angepasst wird). Weitere Gewinner dürften Gutverdienende Singles sein, da sich ihr Arbeitnehmerbeitrag drastisch senkt. Verlierer werden dagegen Familien sein, sofern die Familienversicherung in Zukunft abgeschafft wird (was ich nicht hoffen will). Eine weiter Gruppe der Verlierer werden wohl wir Steuerzahler sein, da die fehlenden Beitragsgelder aus den Steuertopf gezahlt werden müssten.

Somit werden die Grundprinzipe der sozialen Krankenversicherung sich, wenn es wirklich so kommen sollte, verschieben, aber nicht wirklich aufgehoben werden (sofern die Familienversicherung bestand hat).

So wird es auch in Zukunft einen Ausgleich zwischen:

-         Gesunden und Kranken
-         Gut und weniger gut Verdienenden (Umverteilung findet dann über die Steuer statt)
-         Jung und Alt
-         Familien und Singles (????)

geben.

 

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